… Verantwortungskultur …

Wer einen Mercedes SUV bestellt und bezahlt, wird mit einem Trabant nicht glücklich werden. So ähnlich geht es den Benützern der IVB-Linien 2 und 5 in Innsbruck. Mit enormem finanziellem Aufwand wurde ein neues Konzept in die Realität umgesetzt. Ergebnis: es funktioniert nicht. Die Verantwortlichen reagieren mit einem Augenzwinkern und charmanten Lächeln auf die Reaktion der Bevölkerung. Im Wissen über die Monopolstellung bleibt den Fahrgästen auf Dauer auch keine Wahl, außer den Umstieg auf das Auto oder da Fahrrad.

Im alltäglichen Geschäftsleben würde bei Unzufriedenheit mit einer Marke die Marke gewechselt werden. Beim Angebot der IVB mit den Linien 2 und 5 fehlt aber diese Alternative. Die Verantwortlichen nutzen diese Situation, in dem sie von Kinderkrankheiten, auf Dauer lösbaren Problemen und andere Entschuldigungsfaktoren sprechen. Die naheliegende Übernahme der Verantwortung, aus dem Desaster auch persönliche Konsequenzen zu ziehen, steht dabei nicht im Raum.

Die Verantwortungskultur der Politik gegenüber dem Bürger hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Vorteil der Politik verschoben. Im alltäglichen Geschäftsleben führen falsche Berechnungen, Budgetüberschreitungen oder Fehlplanungen konsequent zur Absetzung von der jeweiligen Funktion.

Von Seiten der Politik wird vom Bürger die Einhaltung der Vorgaben, ob Steuern, Strafzettel, Bescheide oder Gebühren restriktiv erwartet, der Umkehrschluss, dass auch Bürger von Seiten der Politik bei ihrem Handeln mit öffentlichen Geldern und der Verantwortung und den Respekt gegenüber den Bevölkerung erwarten dürfen, ist leider falsch.

Die IVB-Chaostage sind ein weiteres Beispiel von fehlgeschlagenen Projekten in der Stadt Innsbruck. Die Patscherkofelbahn und Haus der Musik stehen dabei an der Spitze. Aber auch in kleinen Bereich wird die Devise „Friss oder Stirb“ (natürlich überspitzt formuliert) umgesetzt. Der 70 Prozentige „Nachstehzuschlag“ für Gastgärten in Innsbruck ist dafür ein Paradebeispiel.

Die Politik sollte im Interesse der Bürger arbeiten. Fehler werden passieren, manches wird auch falsch laufen. Unsere Gesellschaft erwartet aber, dass man Fehler eingesteht und auch die Verantwortung dafür übernimmt.

Meine Meinung, Georg Herrmann, 2.2.2019

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