… über den Tellerrand …

Mit der Kombination FC Wacker Innsbruck und Gemeinde Mieming werden die Innsbrucker Stadtgrenzen in diesem Blog einmal überschritten. Da die schwarz-grünen aber schon seit 1913 in Innsbruck beheimatet sind, sei dies erlaubt 🙂 Der FC Wacker Innsbruck möchte in Mieming ein Trainingslager errichten, dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative. Diese ist aber noch vollkommen anonym und auch nicht über die angegebene Mailadresse erreichbar (Stand 12.1.2019, 10.09 Uhr, Fehlermeldung von gmx.net).

Auch auf Facebook ist die Initiative vertreten. Hier findet man sie unter den Stichworten: „Naherholungsgebiet statt Trainingszentrum“. Auf Kommentaren zu den Beiträgen wird von FB-Ersteller geantwortet. Aber auch diese Seite ist anonym. Am 9. Jänner 2019 ist die Seite online gegangen.

FC Wacker Innsbruck Zukunftspläne

Der FC Wacker Innsbruck plant seit längerem ein Trainingsgelände für seine Nachwuchs- und Kampfmannschaften. Die Teams spielen in der tipico Bundesliga, 2. Liga und 1. Klasse West (Männerteams), sowie Planet Pure Frauen Bundesliga und Frauen 2. Liga Mitte/West (Damenmannschaften). Außerdem gibt es Nachwuchsmannschaften von der U7 bis zur U16.

Die Zukunftsprojekte des FC Wacker Innsbruck sind in Budget, Trainingszentrum und Heimat Tivoli aufgegliedert. Infos gibt es hier ….

wacker_projekte

Beim Punkt Trainingszentrum gibt es ein entsprechendes Anforderungsprofil, sowohl technischer als auch räumlicher Infrastruktur. Zum zeitlichen Rahmen mit der Gemeinde Mieming gibt es folgende Infos:

12. September 2018 – Der Mieminger Gemeinderat trifft einstimmig die Grundsatzentscheidung, das “Trainingszentrum FC Wacker Innsbruck in Untermieming” zu unterstützen.

23. Oktober 2018 – Termin im Landhaus bei Landesrat Johannes Tratter zum Thema Raumordnung & Flächenwidmung. Erste positive Signale.

20. November 2018 – Erstes Anrainer-Gespräch mit interessierten Bürgern der Gemeinde Mieming.

Innsbrucks Sportstadträtin Elsiabeth Mayr meint im Interview mit kurz.pass für die Innsbrucker Fussballfibel (Link zur Fibel) zum Thema FC Wacker Innsbruck und Trainingsgelände:

Frage kurz.pass: Beim Thema Fußballplatz kommt natürlich auch der FC Wacker Innsbruck ins Spiel. Der FC Wacker plant ein Trainingszentrum außerhalb von Innsbruck. Mieming hat dazu einen einstimmigen Beschluss im Gemeinderat gefasst. Wie geht die Stadt Innsbruck, vor allem in Sachen Subventionen und Förderungen für den FC Wacker, mit den Planungen um?

 StRin Mag. Elisabeth Mayr: „Grundsätzlich besteht ein konstruktives Gesprächsklima zwischen dem Wacker Innsbruck, der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol. Ohne die öffentliche Hand und ohne die stadt- und landesnahen Unternehmungen wäre Spitzenfußball offensichtlich budgetär nicht möglich. Aber die öffentliche Hand kann nicht den Profibetrieb, sondern immer nur den Nachwuchsbetrieb entsprechend fördern und für die Infrastruktur sorgen. Allen, die sich seriös mit der Thematik befassen, ist bewusst, dass Grundflächen im Talboden und besonders im Gemeindegebiet Innsbruck äußerst rar und speziell teuer sind. Ein adäquates Trainingszentrum, das internationalen Vergleichen standhält, mit dem entsprechenden Raumangebot und mehreren Kunstrasen- und Naturrasenplätzen, ist in Innsbruck leider utopisch. Daher sind Bestrebungen des FC Wacker, ein Trainingszentrum außerhalb von Innsbruck realisieren zu wollen, nachvollziehbar.“

Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich gegen die Pläne des FC Wacker Innsbruck im Mieming ausspricht. (Link zur Homepage)

initiative_mieming

Unter dem Punkt Fakten wird angeführt:

  1. Fußballakademie mit Internat und Gastronomie, wobei die schulische Ausbildung in Telfs statt findet, somit wird der Verkehr gefördert.
  2. Fünf Fußballplätze werden ganzjährig genutzt, auch an Sonn und Feiertagen.
  3. Wacker Fanshop, Presseräumlichkeiten sowie die Geschäftsstelle soll nach Mieming verlegt werden.
  4. 5 – 7 Hektar Wald sollen für das Trainingszentrum gerodet werden.
  5. Naherholungsgebiet wird unwiederbringlich zerstört.
  6. Verkehr und Lärmbelästigung ( bis zu 15 Mannschaften sollen trainieren ).
  7. Die Infrastruktur zur Bewältigung des Verkehrs und der Parkplätze sind nicht gegeben.
  8. Die Gemeinde stellt den Grund für ein Baurecht zum Billigst- Tarif einer auswärtigen Institution zur Verfügung.
  9. Dutzende Bauansuchen von einheimischen Familien liegen vor, hierzu wird aber nichts unternommen.
  10. Kein Gewerbegrund für einheimische Betriebe, die deswegen abwandern müssen.
  11. Wertminderung der Grundstücke und Immobilien im Bereich See, Weidach, Unterweidach, Untermieming und Zirchbichl von bis zu 50 % lt. Tiroler Raumordnung.
  12. 20 m Abstand zu den angrenzenden Häusern.
  13. Störung der Lebensqualität durch Flutlichtanlagen.
  14. Zerstörung eines 7000 m² großen Pionierbiotop.

Wir sind nicht bereit für eine Gemeindepolitik, die ihre Bürger nicht informiert und vor vollendete Tatsachen stellt, ohne Widerstand hinzunehmen. Schlussendlich werden die Kosten dieses Projektes wieder auf die Bevölkerung abgewälzt.

(Auszug aus der Homepage vom 12.1.2019)

Irritierend bei der Homepage ist die Frage nach dem Verantwortlichen. Auf den Seiten selbst, findet man keine Ansprechperson (außer eine gmx Mailadresse). Eine Nic-Anfrage zum Besitzer der Homepage bringt auch keine besonderen Erkenntnisse:

Auszug:

personname:     Vit Vrba
organization:   Anonymouse Domains s.r.o.
street address: Hlinky 995/70
postal code:    60300
city:           Brno
country:        Czech Republic
phone:          +420518770000
e-mail:         naherholungsgebiet-statt-trainingszentrum.at@anonymousedomains.com

Eine Kontaktaufnahme per Mail an die angegebene Adresse: trainingszentrum-mieminig@gmx.at ist auch nicht möglich, da auf ein Mail die Antwort: „550 Requested action not taken: mailbox unavailable (in reply to RCPT TO command)“  (Postfach nicht verfügbar) kommt.

Bürgerbeteiligung ist ein wichtiger Faktor im Gemeindeleben und in der Politik. Gerade deshalb sollte aber Initiativen nicht anonym durchgeführt werden. Anregungen, neue Ideen und auch Kritik an Vorhaben sind selbstverständlich und ein Zeichen unserer Demokratie. Vielleicht überlegen sich die Homepagebetreiber und Initativenorganisatoren ihr Vorgehen und stehen auch namentlich zu ihren Positionen. (Georg Herrmann)