… Herbstgefühle …

Die Geräusche, die in diesen Tagen des öfteren aus einem Garten zu hören sind, stammen nicht von Rasenmähern sondern von „Laubbläsern oder Laubsaugern“.In Graz sind derartige Gräte verboten, und vor kurzem wurde Bilanz gezogen: „Seit Oktober 2014 gilt in den Feinstaubsanierungsgebieten Graz und Leibnitz das Laubbläser- und Laubsaugerverbot. Auch vier Jahre später wirbelt das Gesetz noch Laub auf: Im Schnitt zählt man rund 20 Beschwerden pro Jahr.“ Link zum Artikel ORF

computing-3795962_1920(1)

Wikipedia erzählt über diese Geräte:

„Das aufgesaugte Laub wird in einem Behälter gesammelt. Viele Geräte zerkleinern auch gleichzeitig das Laub, so dass bei gleichem Volumen die 10-fache Menge Laub mit einer Behälterfüllung entsorgt werden kann.

Vorteile

Ein Laubsauger kann die Produktivität erhöhen, was eine Reduzierung des Personaleinsatzes und damit der Personalkosten erlaubt.

Viele Laubsauger können durch Luftstromumkehr auch als Laubbläser (Laubpuster) arbeiten.

Nachteile

Neben dem erwünschten Effekt des Beseitigens von Laub und kleinen Ästen sind mehrere Nachteile gegenüber der traditionellen Methode des Zusammenrechens mittels eines Laubrechens festzustellen:

  • Kleinstlebewesen werden gleichfalls beseitigt;
  • hohe Geräuschentwicklung, insbesondere für die Umwelt – viele dieser Apparate dürfen nur mit Lärmschutzvorkehrungen (Ohrenschützer) eingesetzt werden;
  • insbesondere bei trockener Witterung wird Staub aufgewirbelt; wird das Gerät als Laubbläser verwendet, wird mit dem Laub somit auch der anhaftende Dreck und Kot aufgewirbelt, der sich als Aerosol in der Umgebungs- und damit auch der Atemluft verteilt;
  • bei Betrieb von Geräten mit Verbrennungsmotor kommt es unter anderem zur Emission von gesundheitsschädlichen Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen, die sich in der Umgebung verbreiten.

Rechtliches

In Deutschland gelten im Gegensatz zu anderen Maschinen für diese Geräte formal keine Emissionsgrenzwerte für Lärm, hingegen uneingeschränkt für Abgase.[1][2][3] In Wohngebieten dürfen sie nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung, § 7 Betrieb in Wohngebieten, nur werktags zwischen 9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr verwendet werden.[4] Sie fallen unter Artikel 13 der Richtlinie 2000/14/EG.[5]

Seit dem 1. Oktober 2014 gilt in den österreichischen Städten Graz und Leibnitz sowie in der Gemeinde Kaindorf an der Sulm ein Verbot für diese Geräte. Dieses Verbot wurde in die Steiermärkische Luftreinhalteverordnung aufgenommen.[6]

In den USA sind diese Geräte wegen der Lärmentfaltung in einigen Gemeinden seit den 1970er Jahren verboten.

Im Jahr 2014 gab es im Stadtblatt folgenden Artikel:

„Laubbläser sollen verboten, Laubsauger eingeschränkt werden – zumindest wenn es nach den Grünen geht.

„Die sogenannten Laubbläser erfreuen sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit, vor allem bei Hausverwaltungen, aber auch bei Privatpersonen. Auf der anderen Seite gibt es vermehrt Menschen, die sich durch die Lärm- und Staubbelastung gestört fühlen“, ärgert sich die grüne Klubchefin Uschi Schwarzl. Sie fordert vom Gemeinderat, ein Verbot dieser Geräte prüfen zu lassen.

Zehnmal mehr Feinstaub

Schwarzl begründet dieses Ansinnen neben der Lärmbelästigung – die Beschwerden der Bürger darüber häufen sich – vor allem mit gesundheitlichen Aspekten. „Die Laubbläser werden nicht nur zur Beseitigung von Laub, sondern auch sonst als Kehrgeräte verwendet – fast ganzjährig. Die Feinstaub-emissionen durch deren Einsatz sind aber zehn Mal höher als bei der Verwendung herkömmlicher Kehrgeräte“, argumentiert Schwarzl.“

Und im Gemeinderat vom 22.1.2015 gab es folgende Diskussion:

Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern im Stadtgebiet von Innsbruck durch Privatpersonen sowie städtische Beteiligungen, Hintanhaltung
(GRin Mag.a Schwarzl)

GRin Mag.a Schwarzl: Dieser Antrag betrifft nichts Neues. Es wird Euch auch so gehen,
dass diese „Dinger“, die lärmend eingesetzt werden, störend sind. Interessanterweise
sind es immer Männer, die einzelnen Blättern hinterherjagen.
(Bgm.in Mag.a Oppitz-Plörer: Wie beim Fußball!)
Die Blätter werden von A nach B – anschließend kommt der Föhn – dann wieder von B
nach C gejagt. Das ist eigentlich ein Ärgernis. Ich finde es immer ganz interessant wenn
die Hausverwaltungen sagen, wenn wieder händisch gerecht wird, dann steigen die Betriebskosten. Ich kann mich nicht erinnern, als man vor einigen Jahren diese „Dinger“ erfunden hat und vom händischen Rechen zum Laubblasen und Laubsaugen übergegangen ist, dass die Betriebskosten plötzlich reduziert worden sind. Ich glaube, dass es schwierig sein wird, von Seiten der Stadt Innsbruck ein Verbot auszusprechen. Man kann aber durch Pushund Pull-Maßnahmen dazu beitragen, dass zumindest das Laubsaugen unterlassen wird. Dies ist für die Natur eine schlechte Sache, da nicht nur das Laub eingesaugt wird, sondern auch alle Kleintiere, die sich unter und im Laub befinden. Wie wir beim Autofahren schon von Elektromobilität sprechen, gibt es auch für diese „Dinger“, die offenbar unersetzlich sind, neben dem Dieselzweitakter auch schon Elektrogeräte. Ich ersuche daher, den Antrag dem Stadtsenat zur selbstständigen
Erledigung zuzuweisen.
GR Kunst: Wir unterstützen diesen Antrag sehr gerne. Ich kann mich erinnern, dass
wir so einen Antrag schon einmal behandelt haben. Die Privatpersonen und nicht die
Hausmeisterinnen- bzw. Hausmeisterfirmen waren damals davon betroffen.
GRin Dr.in Pokorny-Reitter: Es wird nicht ganz leicht sein, so eine Maßnahme den
nicht städtischen Firmen bzw. den Hausverwaltungen vorzuschreiben. Dies ist aber
unter Umständen machbar. Es ist aber ganz leicht, das bei den eigenen Ämtern abzuschaffen, wie es auch in meiner Zeit bei der Mag.-Abt. III, Straßenbetrieb, der Fall war.
Bgm.-Stellv.in Mag.a Pitscheider: GR Kunst hat recht, so einen Antrag haben wir schon einmal behandelt. Damals wurden alle jene Dinge genannt, die Hausverwaltungen im  Grünraum anwenden. Private dürfen zur Mittagszeit keine Rasenmäher verwenden, allerdings ist das bei den Hausverwaltungen nicht der Fall. Das ist kurios und vor allem im verdichteten Wohnbau sehr nervig. Die gesetzliche Lage ist derzeit leider so. Das hat nichts mit der Stadt Innsbruck, sondern mit dem Bundesgesetz zu tun. Heute sollen Laubbläser im verdichteten Wohnbau vermieden werden, da dadurch eine verstärkte Lärmentwicklung entsteht. Wenn ein Laubbläser bei einem Einfamilienhaus auf der grünen Wiese eingesetzt wird, stört das niemanden. Wir möchten die Sache gerne angehen, wie hier eine Lösung zustande kommen könnte.
StR Mag. Fritz: Auch die Mag.-Abt. III, Grünanlagen, ist dabei, die dieselbetriebenen
Laubsauger abzuschaffen. Die Betriebszeiten für diese lauten Geräte wurden bereits empfindlich eingeschränkt. Überall dort, wo es möglich ist bzw. im Zuge von Neuanschaffungen, werden jetzt elektrische Geräte angeschafft, sowohl für die Mag.-
Abt. III, Grünanlagen, wie auch die Friedhöfe. Die städtischen Betriebe insgesamt, von der Mag.-Abt. III, Straßenbetrieb, bis zu den Grünanlagen sind auf einem guten Weg.
Das macht mich optimistisch, dass wir das durch Vorbildwirkung anderen auch zeigen
können.
Beschluss (einstimmig):
Der von GRin Mag.a Schwarzl in der Sitzung des Gemeinderates am 01.12.2014 eingebrachte Antrag wird dem Stadtsenat zur selbstständigen Erledigung zugewiesen.