… „quo vadis fussballplätze“ …

9 eingetragene Fussballvereine – 7 Fussballplätze, wovon einer demnächst verlegt wird und bei einen anderen die Zukunft heftig diskutiert wird. Was ist los am „grünen Rasen in Innsbruck“?

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Innsbruck von oben (alle Fotos Google Earth)

Die Innsbrucker Teams spielen von der obersten Spielklasse (FC Wacker Innsbruck) bis zur niedersten Klasse im TFV-Fussball (FC Sans Papiers). Der Beginn für die neue Saison steht vor der Haustüre. Die Probleme für die Vereine (nicht nur in der Tiroler Landeshauptstadt) ebenso.

Ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer für die Aufrechterhaltung des Vereinsbetriebs werden gerne aufgenommen. Verschärfte Regelungen wie im Sicherheitsbereich, mit der Registrierkasse oder der Datenschutzgrundverordnung haben den Zulauf neuer Funktionäre zum zeitaufwendigen Hobby aber stark geschmälert.

Sponsoren willkommen. „Ohne Geld, ka Musik“, dies bewahrtet sich auch im Fussball. Die Akquise an neuen Wirtschaftspartnern gestaltet sich schwierig. Das vielfältige Angebot im Freizeitbereich in Innsbruck, erschwert die Situation weiter. Neuen Wege und auch neue Formen, wie eine gemeinsame Vermarktung, werden andiskutiert.

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Wiesengasse Innsbruck mit den Plätzen A (Kunstrasen), B und C

Innsbrucker Sportplatz Misere. Hausgemacht und schon seit Jahrzehnten ein Thema. Am Kunstrasenplatz Besele befindet sich die Heimstätte des FC Veldidena, SK Wilten und des FC Sans Papiers. Auf der Wiesengasse hat der SVI seine Heimat, ebenso die FC Wacker Damen und im Trainingsbetrieb herrscht Hochbetrieb. Der IAC spielt noch am alten ASKÖ-Platz, die Verlegung ist fix, der konkrete Plan anscheinend noch nicht. Die SVG Reichenau freut sich über den großen Kunstrasenplatz, ebenso die FC Wacker Innsbruck C Mannschaft. Die SPG Innsbruck West (SV Lohbach und ISK) spielt am Sportplatz Hötting-West und hört dann und wann Überlegungen zur Platzverlegung. Die Union ist am Fennerareal beheimatet. Während der geplante Bauphase des MCI-Neu wäre die Union nach Rum ausgewichen und auf die neugestaltete Anlage zurückgekehrt. Nach dem Stopp des MCI-Neu steht nun auch die Zukunft der gesamten Sportanlage in Diskussion.

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Innsbruck, Sportplatz Fennerareal, ungewisse Zukunft

Rund 1.700 Spieler und 80 Mannschaften haben die 9 Vereine beim Tiroler Fussballverband gemeldet. Entsprechender Betrieb herrscht somit nicht nur am Wochenende bei den Spielterminen, sondern auch unter der Woche bei den Trainingszeiten auf den Plätzen. Insgesamt stehen Spielfelder (Kunst- und Naturrasen), die den Normen eines Fussballplatzes entsprechen, zur Verfügung.

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Innsbruck Tivoli W1 und Stadion

Neben den beengten Trainingsmöglichkeiten und vereinzelten aber nicht übersehbaren Mängeln in Sachen Infrastruktur bei einigen Anlagen ist auch das gesellschaftliche Miteinander schwieriger geworden. Beschwerden wegen Lärmbelästigung an Spieltage sind fest allen Vereinsfunktionären bekannt. Auch bei Einhaltung der durchaus strengen Bestimmungen der Stadt für die Beschallung der Plätze, sind Beschwerden keine Seltenheit.

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Innsbruck, ASKÖ Platz, wird aufgrund von Wohnungsbauten verlegt

Das städtische Sportamt zeigt sich bemüht, die Vereine zu unterstützen. Spannend ist die politische Frage. Wird sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen? Gibt es einen Masterplan Fussball in Innsbruck? Kommt es zu einem runden Tisch mit den Vereinsvertretern?

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Innsbruck Besele, Kunstrasen, Heimat von FC Veldidena, SK Wilten und FC Sans Papiers

Und noch zur Info: Im nächsten Jahr feiern 2 Vereine ihr hundertjähriges Jubiläum.

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Innsbruck Reichenau, Kunstrasenplatz

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Innsbruck, Sportplatz Hötting West (SPG Innsbruck West)

Die Vereine, ihr Entstehungsjahr, ihr Heimplatz:

Sportverein Innsbruck, 1905, Wiesengasse

FC Wacker Innsbruck, 1913, Tivoli, W1, Wiesengasse

FC Veldidena, 1919, Kunstrasenplatz Besele

IAC, 1919, AKSÖ-Platz, demnächst Verlegung

SK Wilten, 1923, Besele

Union Innsbruck, 1965, Fennerareal (abhängig vom MCI-Neubau)

SVG Reichenau, 1975, Kunstrasenplatz Reichenau

SPG Innsbruck West, 1979, Sportplatz Hötting West

FC Sans Papiers 2013, Kunstrasenplatz Besele

 

Die Geschichte des Innsbrucker Fussballs

Die ersten Besitzer eines richtigen Fußballes waren die Baumeisterssöhne Mayr aus Innsbruck. In den Sommerferien des Jahres 1898 brachten sie den kostbaren Schatz auf den Prügelbau. Diesen Namen hatte eine ausgedehnte Grünfläche, die am Innrain von der Hirnstraße bis zur Rechengasse reichte. Heute steht das Bibliotheksgebäude der Universität darauf. Diese Wiese diente der Schuljugend als erlaubter Spielplatz. Hier fanden die offiziellen Jugendspiele der Mittelschulen statt. Jeder Anstalt stand ein bestimmter Nachmittag zu. Unter Aufsicht einer Lehrkraft wurde Leichtathletik betrieben, Faust- und Schlagball gespielt, auf Stelzen gelaufen und Schleuderball geworfen. Die dazu notwendigen Sportgeräte wurden von den Schulen bereitgestellt.

Als die Mayr-Buben den Fußball ihrem Kameraden, dem Gärtner Ludwig, zeigten, regte sich sofort dessen Organisationstalent. Nach einigen Kickversuchen lud er für den Nachmittag des nächsten Tages alle erreichbaren Mitschüler auf den Prügelbau zum Fußballspielen ein. Über 50 Sportbegeisterte folgten seinem Ruf. Vom Hörensagen und von auswärtigen Zeitungsberichten wusste man wohl in groben Zügen über das Fußballspiel Bescheid, doch mit den Regeln, der Technik und Taktik stand man auf Kriegsfuß. Zunächst versuchte jeder den Ball möglichst weit und hoch zu stoßen. Mit langem Anlauf und einem kräftigen „Spitz“ kämpfte man verbissen um den Sieg im Weitschießen. Die dabei erzielten Leistungen konnten sich sehen lassen.

Erste Gehversuche

Der unermüdliche Motor der Fußball-Jünglinge, der Gärtner Ludwig, besorgte sich die notwendige Fachliteratur. Buchstäblich „nach dem Büchl“ wurde nun trainiert. Und bald zeigte dieses intensive Training Früchte. Der Ristschuss verdrängte den Spitz, Stoppen, Köpfeln und Ferseln wurde geübt und vor allem – wie könnte es auch anders sein – auf ein Tor geschossen, stundenlang. In Ermangelung von richtigen Torstangen wurden die Tore durch die abgelegten Kleider markiert.

Die ersten Spieler waren ausnahmslos Studenten. Sie gehörten den geheimen Mittelschulverbindungen Herulia, Cheruskia und Skaldia an. Als Gegner standen sich immer Schulmannschaften gegenüber. Die erbittertsten Kämpfe lieferten sich die Vertretungen der Realschule und des Gymnasiums.

Wiener Schule brachte frischen Wind

Von einem Zusammenspiel war noch wenig zu sehen. Als Matador galt der beste Dribbler, auch Kraftstöße standen hoch im Ansehen. Einen Umschwung brachte das Jahr 1901, als die Brüder Erich und Edgar Leibnitz studienhalber von Wien nach Innsbruck kamen. Sie veranlassten das Aufstellen der ersten Tore, sorgten für die Abgrenzung des Spielfeldes, die Markierung, die technische Ausrüstung und das taktische Verhalten. Sie zeigten, dass neben dem individuellen Können vor allem das Kombinieren das Wesentliche war. Sie hoben hervor, dass es sich beim Fußballspielen um einen Mannschaftssport handelte und legten damit den ersten Samen für ein systematisches Zusammenspiel.

Leiser Widerstand gegenüber dem neuen Spiel der Jugend

Trainiert wurde am Prügelbau. Selbstverständlich verwendete man auch den offiziellen Jugendspiel-Nachmittag dafür. Zunächst standen die Lehrkräfte dem Fußballspielen teilnahmslos gegenüber. Da aber immer mehr Schüler diesem Sport huldigten und in Ermangelung von Fußbällen die leichten Faustbälle verwendeten, ergaben sich bald Reibungspunkte. Die bisher üblichen Ballspiele wurden vernachlässigt, die Eltern führten Klage über zerrissene Straßenschuhe und vielfach kamen die Schüler hinkend nach Hause. Die Fußballer beanspruchten immer mehr Platz am Prügelbau und erschwerten damit den übrigen Spielbetrieb.

Die Turnvereine stellten ein Nachlassen im Besuch ihrer Hallen fest und da auch der Studienerfolg gerade bei den Fußballern merklich zurückging, sahen sich die Schuldirektionen gezwungen, am Jugendspieltag das Fußballspiel zu verbieten. Es kam zwar nie zu einem generellen Fußballspielverbot für die Mittelschüler, es war aber tatsächlich so, dass die bekannten und „unverbesserlichen“ Fußballer unter Schikanen seitens einiger Lehrer zu leiden hatten.

In der Schrift „Fußball in Tirol 1898-1918“ (der namentlich nicht angeführte Verfasser dürfte am Fußballgeschehen dieser Zeit aktiv mitgewirkt haben) findet sich über diese Zeit folgende Bemerkung:

„Die unternehmungslustige Jugend ließ sich aber nicht unterkriegen. Jede freie Minute war dem Fußball gewidmet. War das Fußballspielen am Prügelbau fast unmöglich geworden, so wurde der kleine Ausstellungsplatz (ca. 70 x 40 m) und die Gründe beim Löwenhaus mit Beschlag belegt. Der Fußballsport hatte bereits festen Fuß gefasst und ließ sich – wie überall – durch nichts in seiner Entwicklung aufhalten.“

Es sind uns aus dieser Zeit keinerlei Ergebnisse von Wettkämpfen bekannt. Mittelschüler durften keinem Verein angehören oder einen solchen gründen, es finden sich auch keinerlei Aufzeichnungen, der mündlichen Überlieferung nach sollen die stärksten Mannschaften jene der Realschule und des Gymnasiums gewesen sein.

Probleme gab es auch in finanzieller Hinsicht. Man nahm aus den Wettspielen nichts ein. Der Kauf eines Balles oder gar von Fußballschuhen musste vom Taschengeld bestritten werden. Als Dressen verwendete man meist die einheitliche Kleidung des obligaten Turnunterrichts. Als Schiedsrichter fungierte oft Dr. Otto Janowski, von dem berichtet wird, dass er von allen Parteien anerkannt war.

Ein Münchner als Missionar des Innsbrucker Fußballs

Eine Änderung brachte das Jahr 1902, als Arthur Ringler – ein Spieler des FC Bayern München – als junger Architekt von München nach Innsbruck übersiedelte. Er suchte auch in Innsbruck nach sportlicher Betätigung. Er besuchte viele Wettkämpfe und sah, dass genug brauchbares Spielermaterial vorhanden war. Für eine geplante Vereinsgründung gab es jedoch vorerst nicht den nötigen Rückhalt, es fehlten die Volljährigen und außerdem hatte Ringler als Neuzugezogener noch keinen gesellschaftlichen Anschluss gefunden. Er suchte und fand diesen beim Innsbrucker Turnverein und warb intensiv für den Fußballsport. Schließlich gelang es ihm, weitere Mitstreiter zu gewinnen und mit Unterstützung des Wirtes vom „Tivoli“, eine Wiese auf den Gründen der späteren Sillsportanlage für ihre Zwecke zu benützen. Im März 1903 wurde eine Versammlung im „Grauen Bären“ abgehalten, auf der die Möglichkeit der Schaffung einer Fußballriege im Innsbrucker Turnverein (ITV) besprochen wurde. Die Bedingungen des ITV wurden angenommen und noch im selben Monat wurde die Fußballriege des ITV gegründet.

Der Stadtmagistrat erteilte die Bewilligung, den Ausstellungsplatz beim Messegelände in Saggen zu benutzen. Am 1. Juni 1903 fand das erste öffentliche Fußballwettspiel in Innsbruck statt. Im Rahmen des „3. Tiroler Gauturnfestes“ standen einander der ITV und der Meraner TV gegenüber. Das Spiel endete mit einem 5:1-Erfolg der Innsbrucker. Mit diesem ersten Spiel erhielt der Fußballsport in Innsbruck mächtigen Auftrieb. Allerdings beschränkten sich die Spiele weiterhin auf interne Begegnungen. Gymnasium, Realschule, Handelsakademie und die Gewerbeschule spielten um die Vorherrschaft.

Zum ersten internationalen Spiel kam dann am 26. Juni 1903 die 2. Garnitur des FC Bayern München nach Innsbruck. Das Spiel fand anläßlich des 1. Stiftungsfestes der ITV-Fußballriege am Klosterkasernenhof statt. Der ITV erreichte ein ehrenvolles 1:1-Remis.

Gründung des „Fußball Innsbruck“

Immer mehr aber kam es zu internen Differenzen im ITV. Zum einen war die finanzielle Belastung hoch, zum anderen gab es Bedenken seitens des Turnrates in völkischer Hinsicht. Arthur Ringler hatte Mühe die Spannungen im ITV abzubauen. Die meisten Aktiven der Fußballriege des ITV fühlten sich durch den Turnrat in der Freizügigkeit und Entwicklung stark gehemmt. Vorstand Anton Tschon berief deshalb für den 3. April 1905 eine Besprechung ein, um die Gründung eines selbständigen Fußballvereines zu erörtern. Schon eine Woche später fand im „Gasthof Bierwastl“ die Gründungsversammlung statt. Achtzehn Anwesende erklärten sich sofort bereit als aktive Spieler beizutreten. Am 22. Mai 1905 wurden von der k. u. k. – Statthalterei für Tirol und Vorarlberg die Vereinsstatuten zur Kenntnis genommen. Damit war die Gründung des „Fußball Innsbruck“ (FI) vollzogen.

Am 25. Juni 1905 fand das 2. internationale Spiel des ITV gegen den MTV München 1879 statt. Die Münchner siegten klar mit 9:2. Es war dies das letzte Spiel der Fußballriege des ITV, die aufgrund der Abwanderungen vieler Spieler zum Fußball Innsbruck arg geschwächt wurde. Die immer krasser auftretenden Gegensätze zwischen Turnen und Sport führten zur Auflösung der ITV-Fußballriege. Es war aber der große Verdienst des Innsbrucker Turnvereines, dem Fußballsport in Innsbruck eine Basis geschaffen zu haben.

Zum Eröffnungsspiel des FI wurde die Mannschaft des MTV München eingeladen, jene Mannschaft, die die Fußballriege des ITV mit 9:2 besiegt hatte. Das Spiel am 22. Oktober 1905 endete mit einem 5:0-Sieg der Gäste.

Die Jahre 1906 bis 1908 wurden von Leutnant Philipp Nauß geprägt. Der Torhüter im ersten offiziellen Fußball-Länderspiel 1902 gegen Ungarn wurde nach Innsbruck versetzt, nachdem seine sportliche Tätigkeit in Wien von der k. u. k. Armee missbilligt worden war. Als begeisterter Fußballer schloss er sich auch in Innsbruck als Mitglied dem FI an. Die sportliche Betätigung von Nauß auch in Innsbruck führte dazu, dass er in die Herzegowina versetzt wurde. Sein Nachfolger als Kapitän wurde der Böhmer Emil Mitter, der vor allem ein hervorragender Organisator war. Seiner Initiative war die erste Fußballmeisterschaft von Tirol und Vorarlberg zu verdanken.

Am 29. September 1909 stand nachstehender Aufruf in den Innsbrucker Nachrichten:

„Zur Hebung des Fußballsports in Tirol und Vorarlberg hat der FI gemeinschaftlich mit dem FC Lustenau beschlossen, eine Meisterschaft von Tirol und Vorarlberg auszutragen.“

Am 24. Oktober 1909 kam es nach einer Tiroler Vorrunde gegen die FI-B-Mannschaft und der Realschule zum Finalspiel zwischen dem FI und dem FC Lustenau, das die Innsbrucker mit 3:2 für sich entschieden. Damit hatte der „Fußball Innsbruck“ die erste gemeinsame Meisterschaft gewonnen.

Bei der Generalversammlung am 22. Dezember 1909 übernahm Emil Mitter die Stelle des 1. Vorstandes. Anton Tschon legte das Amt zurück, da er seine ganze Kraft dem Schisport widmen wollte. Bei dieser Versammlung wurde auf Antrag von Emil Mitter diskutiert, sich zusammen mit dem Innsbrucker Eislaufverein zu einem allgemeinen Sportverein umzuwandeln.

Mitters Ziel war die Schaffung eines großen Vereines, in dem alle Sportarten vertreten sein sollten. Er berief dazu am 10. Mai 1910 eine Besprechung ein. Anwesend waren Vertreter folgender Sportarten: Fußball, Leicht- und Schwerathletik, Tennis, Land- und Eishockey, Schilauf, Bobfahren, Eislaufen und Radfahren. Es wurden danach Vorbereitungen für eine Gründungsversammlung getroffen. Der geplante Verein sollte den Namen „Tiroler Sportklub“ (TSK) führen. Der FI sollte als erste Sektion beitreten. Dies war in einer außerordentlichen Generalversammlung am 17. Februar 1910 bereits beschlossen worden.

Als das Proponenten-Komitee am 17. Juni 1910 im „Breinößl“ zusammentrat, kam es wie schon bei einer Sitzung am 26. April 1910 zu einer Kontroverse. Viele Mitglieder des FI wehrten sich gegen den Beitritt zum TSK und somit kam es zur Auflösung des eigenständigen Fußballvereines. Auch seitens der anderen anwesenden Vereine fand Mitter keine ausreichende Unterstützung und so gründete er zunächst einen 2. Fußballverein, den „Tiroler Sport-Club“ (TSC) und wandte sich vom FI ab. Da ein Teil der Mitglieder des FI – die Mitter unterstützten – zum TSC abwanderte, traten Spannungen zwischen dem FI und dem TSC auf.

Anfängliche Feindschaft endete in gesunder Rivalität

Die Monopolstellung des „Fußball Innsbruck“ war durch den TSC gebrochen. Zunächst begann zwischen beiden Vereinen ein Kleinkrieg, der aber beiden Vereinen schadete. Schließlich söhnte man sich im Interesse des Fußballsports aus. So wurde auch ein Schiedsrichterkollegium gegründet und für den 13. August 1910 ein Freundschaftsspiel vereinbart, das der FI mit 5:3 gewann. Seit dem 1. September waren beide Vereine Mitglied des Alpenländischen Fußballverbandes mit Sitz in Graz und damit auch des Österreichischen Fußballverbandes (ÖFV). Ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit war die Veranstaltung von Spielen. Die erste Garnitur des FC Bayern München besiegte am 9. Oktober 1910 erst den FI mit 7:1, danach den TSC mit 5:1.

Im Jahr 1911 war der FI nicht sehr erfolgreich. Die Niederlage am 23. April gegen den TSC mit 2:3 schmerzte besonders. Am 10. Juni gelang mit 3:0 die Revanche. Am 2. Juli gastierte erstmalig mit dem Wiener Sport-Club eine Wiener Mannschaft in Innsbruck, der gegen eine kombinierte Stadtauswahl (FI und TSC) antrat und mit 7:0 gewann.

In der Folge kam es immer wieder vor, dass Aktive des TSC beim FI mitwirkten, ohne dazu berechtigt zu sein. Aufgrund von Problemen beim TSC kehrten nach und nach die Spieler wieder zu ihrem Stammverein zurück. Der TSC verweigerte die Freigabe. Als die Spieler weiterhin für den FI antraten, wurde die Anzeige beim ÖFV erstattet. Der FI verteidigte sich damit, dass sich die Spieler offiziell beim TSC abgemeldet hatten.

Bei der Generalversammlung am 14. Februar 1912 wurde die Vereinsleitung damit beauftragt, beim Österreichischen Fußballverband um die nachträgliche Zuerkennung des Meistertitels von Tirol und Vorarlberg vorstellig zu werden. Die Erfolge gegen den TSC, den FC Lustenau, SC Meran und verschiedene bayrische Mannschaften sollten das Ansuchen begründen. Diesem Antrag konnte der ÖFV aber aus verständlichen Gründen nicht folgen.

Das Jahr 1913 brachte neben einer regen sportlichen Tätigkeit auch das Auftreten zahlreicher selbständiger Jungmannschaften. Ein Problem war für die Vereinsleitung, die über 70 Aktiven in den Sportbetrieb einzubauen. Zahlreiche interne Spiele wurden angesetzt, um alle Mitglieder zum Spieleinsatz kommen zu lassen. Wilten, die Innere Stadt, Hötting und Pradl traten gegeneinander an. Es wurde damit zwar die Spielfreude der Mitglieder befriedigt, doch wuchsen damit auch die Ausgaben, da die meisten dieser Spiele ohne Eintritt abgewickelt wurden. Die Erträge der ersten Mannschaft waren aber nicht so hoch, dass der Betrieb von fünf bis acht Mannschaften bestritten werden konnte.

Der Aufschwung nahm durch den Weltkrieg ein abruptes Ende

1914 hatte der Fußballsport in Innsbruck immer mehr Zulauf gefunden. Die Jungmannschaften wie Kriketer, Punktum, Premiere, Olympia und FC Rapid hatten aber nur eine sehr instabile Basis. An den beiden letzten Junitagen 1914 gastierte die Jugend des FC Bayern München in Innsbruck. Zwei Spiele gegen die Jungmannschaft des FI endeten mit 2:2 und 3:3. Während des ersten Spieles traf die Nachricht vom Attentat in Sarajevo ein. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellte der „Fußball Innsbruck“ nach und nach seine Tätigkeit ein. Mitte Juli 1914 zählte der FI 104 aktive Mitglieder, die ausnahmslos einzurücken hatten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde am 28. Februar 1919 eine Generalversammlung abgehalten, auf der die Namensänderung – nachdem eine Leichtathletiksektion beschlossen wurde – auf Sportverein Innsbruck (SVI) erfolgte. Der SVI war ein Gründungsmitglied des Tiroler Fußballverbandes, der am 5. September 1919 gegründet wurde.

Nach Kriegsende fanden sich im Winter 1918/19 bereits wieder die ersten Sportbegeisterten auf einem kleinen Platz bei der Ausstellungshalle ein. An Ausrüstungsgegenständen mangelte es allerdings in dieser Phase an allen Ecken und Enden. Es gab zu dieser Zeit auch noch keinen geregelten Spielbetrieb, so kam es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Gruppen bzw. Vereinen, wer denn nun wann gegen wen antrat, auch wer bei welcher Gruppierung spielte, war nicht immer klar, es kam laufend zu Spielerwechseln – ein natürlich auf Dauer unhaltbarer Zustand. Mittlerweile gab es neben dem SV Innsbruck (dem ältesten Tiroler Fußballverein) und dem FC Wacker, auch noch Rapid, Germania, Veldidena, den Arbeiter-Turnverein und den Studenten-Fußballklub.

Die Tiroler Fußballvereine waren Mitglieder des „Alpenländischen Fußballverbandes“, der seinen Sitz in Graz hatte. Durch die Bildung von sechs Innsbrucker Fußballvereinen im Winter 1918/19 und der politischen Unsicherheiten waren die Tiroler Vereine bestrebt einen eigenen Verband zu gründen, der sich an den Österreichischen Fußballverband anschließen sollte. So kam es im Frühjahr 1919 zu ersten Gesprächen von Tirolern mit dem ÖFV-Sekretär Felix Senzer, der dieses Vorhaben auch unterstützte. Um die Verbundenheit des ÖFV mit den Tirolern zu untermauern, trat im August der Wiener AC, eine Spitzenmannschaft der höchsten Wiener Spielklasse, gegen eine Innsbrucker Auswahl an. Die Tiroler siegten vor einer beträchtlichen Zuschauermenge überraschend mit 3:1. Am 5. September 1919 erfolgte im Gasthof „Brauner Bär“ die Gründung des „Gauverbandes Tirol im Alpenländischen Fußballverband“. Damit waren die Rahmenbedingungen für einen geregelten Meisterschaftsbetrieb im Tiroler Fußball geschaffen.

Der Anpfiff zur ersten Meisterschaft erfolgte am 9. Oktober 1919 mit dem Spiel des ATV Innsbruck gegen die Reserve des FC Wacker auf dem Gelände der Klosterkaserne. Die Wackerianer siegten mit 4:0. Dieses Spiel erfolgte im Rahmen der Meisterschaft der B-Klasse, die als Probemeisterschaft für die kommende erste A-Meisterschaft mit den „großen“ SVI, FC Wacker und Rapid, sowie dem Meister eben dieser B-Klasse beginnen sollte. Es wurden allerdings dann zwei Mannschaften aus der B-Klasse in die höhere Klasse aufgenommen – die Reserveteams vom SVI und von Rapid.

In der Folge spielte Wacker gegen den FC Lustenau und unterlag mit 1:5 und 1:3. Drei Spiele gegen Südtiroler Vereine konnten allerdings gewonnen werden.

Noch immer war aber das größte Problem der Mangel an geeigneten Spielstätten für die Vereine. Aus diesem Grund schloss sich kurzfristig auch der SV Innsbruck dem Arbeiter-Turnverein an, der auch das alleinige Nutzungsrecht für den Platz bei der Ausstellungshalle zuerkannt bekommen hatte. Nach den folgenden Protesten der anderen Vereine wurde jedoch verfügt, dass alle Vereine, die im Verband organisiert waren, ihre Meisterschaftsspiele auf dem nunmehrigen „Städtischen Sportplatz“ – der in der Folge auch ausgebaut wurde – bei der Ausstellungshalle austragen konnten.